Was in den letzten Wochen geschah:
Ich weiß, ich hab mich lange nicht mehr gemeldet. Ziemlich genau 2 Monate sogar. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich kurz hintereinander zweimal je drei Wochen in Springe war, wo ich nur Handyinternet habe und außerdem daran, dass ich auf Arbeit sehr eingespannt war.
Aber ein bisschen sollte ich schon mal wieder erzählen.
Ich bin dabei einfach mal so frei und datiere die Einträge um, damit sie in etwa in den Zeitrahmen passen, in dem die jeweiligen Ereignisse stattfanden.
Soviel vorweg: Ich bin nun kein Azubi mehr.
Die Abschlussprüfung ist geschrieben und mein Übernahmegespräch ist hinter mich gebracht. Was dabei rauskam, ob es positive oder negative Nachrichten gibt, ob ich weiterhin Hassi bin und alles weitere werdet ihr dann in den folgenden Einträgen erfahren.
Mission “Inventur ’11″ completed
Am Dienstag ist die letzte Inventur über die Bühne gelaufen. Wir sind alle froh, dass jetzt alles gezählt ist und nirgends größere Probleme auftraten. Selbst Schneestürme und Blindfahrten haben wir überlebt, um nun wieder in den Alltagstrott zu verfallen.
Das heißt... alle außer mir. Denn ich fahre am Montag für drei lange Wochen ins "Internat". Zum letzten Seminar vor der zweiwöchigen Prüfungsvorbereitung im April. Das heißt demzufolge weniger Beträge, weniger Ablenkung und mehr Lernen.
Bis dahin. Macht mir keinen Unfug und hört auf Mami und Papi.
Karte ist nicht gleich Karte
Heute streikte bei einer Kundin unser EC-Gerät. Da ging garnichts. Es hat nichtmal ansatzweise reagiert, als man die Karte durchzog. Nach einer Weile brach es dann automatisch ab, weil sich nichts tat.
Wir zweifelten schon an uns, bis uns auffiel, dass wir da garnicht so falsch lagen:
Es handelte sich nicht um die EC-Karte der Kundin, sondern die Krankenkarte. Ich dachte mir erst nichts dabei, dass garkein Magnetstreifen hinten drauf war, da ich schon öfter Karten hatte, die nur über den Chip gelesen werden können und keinen Magnetstreifen haben. Auch eine Unterschrift war hinten drauf. Aber dass da auch ganz viele "Mitglieds"-Nummern und der Name und sonstige Details einzeln aufgelistet waren, irritierte mich schon. Letztendlich fiel es aber der Kundin auf, dass es ja garnicht gehen konnte, denn als sie sich in ihrem Geldbeutel auf die Suche nach Bargeld begab, stolperte sie über ihre Bankkarte.
Tja, man wird halt irgendwann total blind bei Routinevorgängen... Schlimm.
Vertrauen ist gut…
Kontrolle ist besser. Denn wenn man neue Angestellte noch während deren Probezeit - innerhalb kurzer Zeit - zweimal beim Schwindeln erwischt, wirkt sich das nicht sonderlich gut auf das Arbeits- und vor allem Vertrauensverhältnis aus.
Mal sehen, ob sie das in Zukunft mit besseren Leistungen wieder gutmachen kann. Wäre schade, sie schon wieder gehen lassen zu müssen.
Tretminen
Seit das Tauwetter eingesetzt hat, finden sich auf den Gehwegen irre viele Dinge ein, die vorher durch den Schnee verdeckt waren. Da sieht man neben skurrilen Dingen wie Kondomen oder Rosenkohl, sieht man jetzt auch jede Menge Hundehaufen und muss seinen Weg äußerst gut im Blick haben, um sich nicht einzusauen.
Das merkte die Kundin von gestern wohl leider zu spät. Sie legte nämlich nicht die Hose, die sie kaufen wollte auf den Tresen, sondern ihre eigene, getragene. Die neue hatte sie nämlich schon an, und hielt mir lediglich das Schild hin, was sich immernoch an der Hose befand. "Ich hab mich nämlich eingesaut.", sagte sie. "Schlimm, so viele Hundehaufen überall."
Als sie ging waren wir beide erleichtert. Sie wegen der neuen, sauberen Hose und ich wegen meinem saubergebliebenen Tisch.
Inventur ’11
Neujahrszeit ist wie immer Inventurzeit.
Drei haben wir schon hinter uns, sechs folgen noch. Wie immer wird man mit jeder Inventur wieder sicherer und alles geht schneller von der Hand, als bei der ersten im Jahr. Und da meist auch Abläufe geändert werden, um die Aufnahme zu optimieren, wird die Zeit, die wir für die Inventuren brauchen, immer weniger.
Das heißt dann wiederrum, dass auch mehr Zeit für kleine Pausen ist, weil man in manchen Phasen einfach nichts machen kann, außer zu warten bis z.B. die Kontrolleure mit den ersten Bereichen fertig sind. Diese kann man dann nutzen um sich mal mit Kollegen aus anderen Filialen zu unterhalten, wie es bei denen läuft, was die so anders machen und wie dort bestimmte Probleme gelöst werden. Alles schön und interessant und lehrreich. Man muss nur aufpassen, nicht zuviel von sich selbst zu verraten, denn man steht ja trotzdem in gewisser Konkurrenz. Und sei es nur im Ansehen des Chefs.
Achja, Frohes Neues!
So begrüßen mich heute immernoch Kunden, die ich noch nicht gesehen habe, seit wir ein neues Zeitalter schreiben.
An das Schreiben muss auch ich mich übrigens noch gewöhnen. Und auch euch wollt ich das noch schreiben! Ich hoffe ihr seid gut reingerutscht?
Mein Silvester war eins der coolsten ever! Ich wurde nämlich Donnerstag Abend von äschi und Martin nach Prag entführt geholt und dort von Franzi und Lina empfangen und von den sagenumwobenen Nachbarn Mädels ausm Westen (Tina und Anne, Maike und Lisa) zu Tode erschreckt überrascht überwältigt schockiert aus den Socken direkt in die Euphorie geworfen. So überrascht wurde ich lange nicht mehr.. Auch wenn Lina schon erwähnte, dass "Tina" ihr am Ausschnitt rumfummelte und ich mir da eigentlich schon hätte sicher sein müssen).
Es waren drei wunderschöne Tage in Prag und ein echt cooles Silvester! Es gab jede Menge Spaß, Spiel und vor allem Essen. Und eine grandiose Wohnung. Wahnsinn. Ich bin äußerst dankbar dafür!
Ich hoffe ihr seid auch so gut reingerutscht, wie ich/wir!
Frohe Weihnachten
... wünsche ich allen Herzen, Freunden, Verwandten, Kollegen, Bekannten, Leserinnen und Lesern, Haustieren, Mikrouniversen in Matratzen und allen anderen sehr und weniger liebenswerten Lebewesen da draußen!
Genießt das Fest der Liebe und erholt euch gut über die Feiertage! Esst ordentlich, die nächsten drei Tage ist alles erlaubt. Lasst euch reich beschenken, feiert und trinkt, fallt aber nicht in den Weihnachtsbaum!
Anonym in Zivil
Jeden morgen, wenn ich zur Arbeit gehe, begegne ich mindestens einer Person, die ich des öfteren auch im Laden treffe. Mein morgenmuffliges freundliches Grüßen oder immerhin Kopfnicken registrieren manche zwar, wissen aber nicht wohin damit, weil sie einen außerhalb des Ladens nicht erkennen. Manche reagieren auch überhaupt nicht.
Neulich traf ich eine Stammkundin auf dem Markt. Ich grüßte sie, sie nickte lächelnd zurück, drehte sich um und ging weiter. Dann drehte sie sich aber nochmal zurück und guckte mich genauer an. Dann sagte sie: "Ach jetzt weiß ich! Ohne Kittel oder Shirt erkenne ich immer keinen!"
Ist das wirklich so schwer? Ich erkenne doch auch die meisten Verkäufer, von den Läden in denen ich öfter bin, wenn sie mir auf der Straße begegnen. Gucken die Leute einfach nicht in Gesichter oder braucht man die Stütze der Arbeitskleidung?
Wie ist das bei euch? Erkennt ihr Verkäufer in Zivil? Und wenn ja, grüßt ihr dann zurück oder auch als erste?
Negativ gezahnt
Heute war mein erster Arbeitstag, nachdem mir die Weisheit restlos entfernt wurde. Ich habe die letzten Tage in unendlicher Pein, unfassbarem Schmerz, endlosen Qualen recht schmerzhaft erlebt und musste feststellen, dass es für mich keinen schlimmeren und belastenderen Schmerz als den am Zahn gibt. Oder halt dort, wo mal Zähne waren.
Ich hatte schon ein wenig Angst vor dem Tag, da heute Warenlieferung war und das immer viel mit heben, bücken und tragen zu tun hat. Nicht so cool, wenn man noch (wenn auch ertragbare) Schmerzen hat. Und weil ich heute früh nochmal zum Zahnarzt musste, welcher mir einen Streifen von irgendetwas mit sehr viel mahlzeitenversauendem Salbei um die Wunde unten rechts wickelte. Grund dafür war, dass sich mein Zahnfleisch dort ein wenig entzündete, weil - wie sich herausstellte - ein Teil meiner Nahrung durch das Loch was da noch war gerutscht oder gedrückt wurde. Hm. Klingt nicht sehr schmackhaft, ich weiß. Nun hat es aber den ganzen Tag wunderbar geheilt und morgen mittag wofür ich meine Mittagspause opfere wird mir dieser Streifen dann wieder entfernt. Ich hoffe, dass es sich damit endgültig gegessen erledigt hat.
Aber zurück zur Arbeit. Das Schicksal meinte es heute gut mit mir und hat dem Lieferanten eine saftige Verspätung eingebracht, wodurch die Ware bei uns erst am abend statt morgens ankam und der Tag doch nicht so anstrengend wurde, wie befürchtet. Stattdessen war es recht ruhig und entspannt. Sehr angenehm, wie ich fand... so als ersten Tag nach 1,5 Wochen.
Zum krönenden Abschluss gab es dann nach Ladenschluss noch einen herrlichen Lachflash seitens der Chefin und dadurch auch meinerseits und der restlichen Kollegen. Unter anderem ausgelöst, durch folgendes Video, welches ich auf Wunsch der Frau Chefin hier nochmal einbinde:
Randnotiz: Beste Stelle bei Sekunde 30.